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iinu Magazin

Astrid und Aragorn

Hier im iinu Magazin findet Ihr neben Portraits unserer Verkäufer Tipps zum Alltag mit Hund und verschiedene Rezepte zum Leckerli selber backen. Viel Spaß beim Stöbern und Lesen – lasst uns auch gern Eure Meinung da! Eure Astrid

Warum teilen? Weil wir diese Artikel für Menschen mit Interesse an Hunden machen und nicht, um nur Suchmaschinen zu gefallen. Und weil es uns natürlich auch hilft, wenn wir bekannter werden.


Portrait: Mind & Lead

Februar 20, 2024
Portrait: Mind & Lead

Das iinu Portrait: Mind & Lead

Beziehungen sind anstrengend. Ob Eltern, Freunde, Geschwister, Partner – je enger wir uns unserem Gegenüber verbunden fühlen, umso schöner, aber auch nervenaufreibender kann das Miteinander mitunter sein. 

So ist das Leben – so sind wir, so begegnen wir anderen. 

Und so begegnen wir dem Hund. Als Mensch. Einzigartig und unvollkommen. Das funktioniert dann manchmal super, meist eher so lala, manchmal auch gar nicht…

„Wenn der Mensch sich richtig führt, folgt auch der Hund.“

Dieser Satz hat mich hellhörig gemacht. Er ist das Credo von Cristina Laufenberg und Antje Timmermann, die sich mit ihrem Coaching Programm Mind & Lead ganz der besonderen Beziehung zwischen Hund und Halter, Halter und Hund widmen. Fand ich spannend. Ich wollte mehr wissen. 

Cristina hatte ich über einen gemeinsamen Kontakt aus der Vizsla-Community kennengelernt und auch Antje war sofort dabei.

iinu  Hi! Wie schön, Euch kennenzulernen... Wollt ihr Euch vielleicht zuerst einmal kurz vorstellen?

CL    Ich bin Cristina, 45 Jahre alt und zweifache Hundemutti. Leti (kurz für Letizia, 3 ½ Jahre) ist eine Magyar Vizsla Hündin und lebt, seit sie 9 Wochen alt ist, bei uns. Cloé (knapp 4 Jahre) ist eine Deutsch Kurzhaar Hündin und ist im Oktober 2022 bei uns eingezogen. Sie kommt aus dem Tierschutz, ist in Portugal geboren – und findet es tendenziell zu kalt und vor allem zu nass hier.

AT    Ich bin Antje und ich wohne mit meiner Familie seit 19 Jahren in Potsdam, wobei ich sagen muss, dass unsere Tochter vor 1,5 Jahren ausgezogen ist. Mein Wunsch war schon immer ein eigener Hund. Ich bin mit "Pflegehunden" aufgewachsen und habe in dem Hund immer meinen treuen Freund/Gefährten gesehen. Als ich mich mit dem Thema beschäftigte, wollte ich keinen "Standardhund" haben. Durch einen Zufall kam ich zum Wäller, den es seit 1993 gibt und der ursprünglich vom Australian Shephard und Briard abstammt. Seit 4,5 Jahren haben wir die 2. Wällerhündin bei uns.

iinu   Eine in Potsdam, eine in Köln – wie habt Ihr Euch denn gefunden?

AT     Wir haben uns in einem Coaching kennengelernt, was wir beide besucht haben. In diesem Coaching ging es mir darum, mich als Mensch besser zu verstehen, damit dadurch die Beziehung zum Hund profitieren kann. Nach kurzer Zeit haben wir miteinander telefoniert und damals schon gesponnen, dass wir ein Coaching/ Mentoring für Hundehalter anbieten sollten. Da war klar, dass wir miteinander gehen wollen.

iinu   Die Tatsache, dass Ihr beide Euch bei einem Coaching kennengelernt habt, lässt darauf schließen, dass Eure Hunde ein paar Spezialitäten auf Lager haben oder zumindest hatten...

CL    Marotten haben sie einige (lacht). Leti ist eine Komikerin durch und durch, sie bringt mich wirklich oft zum Lachen und schafft es so mich immer wieder aufzuheitern. Sie hat eine sehr ausdrucksstarke Mimik und kann die lustigsten Gesichter machen. Kaputtlachen könnte ich mich auch, wenn sie aus dem Garten reingestürmt kommt und erstmal checken muss, wo Cloé ist. Dann rennt sie im Affenzahn die Treppe hoch, um postwendend wieder runterzurennen, weil Cloé auf der Couch liegt. Cloé hat sehr interessante Schlafposen. Sie legt sich auch gerne mit ganz viel Körperkontakt zu Leti, oder auch drauf. 

AT    Das Hüteverhalten ist bei meiner Hündin sehr ausgeprägt. Sie zieht ihre Kreise, hat "Arbeit" wenn wir mit mehreren Personen unterwegs sind und sie alle zusammenhalten muss. Dieses "Kreiseziehen" baue ich dann auf unseren Spaziergängen mit ein, indem sie alles mögliche links- oder rechtsherum umrundet.

iinu   Hand aufs Herz: haben Eure Hunde schon mal etwas angestellt, das Euch sehr peinlich oder unangenehm war?

AT    Das Peinlichste? Coco ist in jungen Jahren in einen Graben gegangen und kam pechschwarz wieder raus. Diese Pampe habe ich nur mühsam und mit mehreren Waschgängen wieder abbekommen.

CL    Ich hab mich immer geschämt, wenn Leti „rüpelig“ gespielt hat. Sie ist dann nicht wirklich fein und gibt die übelsten Töne von sich. Heute macht mir das nicht mehr viel aus und ich achte sehr auf die Energie und die Konstitution der anderen Hunde. Ich muss mich auch nicht mit jedem unterhalten und verstehen, dem ich begegne und das verlange ich auch nicht (mehr) von meinen Hunden.

iinu   Oh, ich kenne einen, der würde gerade daran größten Gefallen finden... Herr Aragorn lässt übrigens lieb grüßen. Abgesehen davon fühle ich mich immer augenblicklich besser, wenn ich höre, dass auch Profis nicht immer totale Streberhunde haben. Wobei Ihr ja eigentlich weniger Hunde-Trainerinnen seid als Hundehalter-Trainerinnen, wenn ich das richtig verstehe. Vielleicht sollte ich eher nach Euren Marotten fragen...

CL    Wir? Nein, wir haben keine Marotten! Spaß beiseite. Ich bin manchmal ein kleiner Monk. Ich habe beispielsweise eine eigene Art die Spülmaschine einzuräumen und räume auch immer um, wenn es nicht nach meinem System ist oder – auch strange – das Klopapier muss so hängen, dass es sich nach vorne abrollt. Ich glaub aber darauf zielte die Frage nicht ab, oder?
Nein, wir sind in der Tat keine Hundetrainerinnen sondern Coaches für Hundehalter*innen. Wir springen ein, wenn die klassische Hundeschule nicht nachhaltig die Herausforderungen mit dem Hund löst. Die Hundeschule hilft den Menschen, ihren Hunden etwas beizubringen und mit Verhaltensweisen umzugehen. Oftmals klappt auf dem Hundeplatz oder mit dem Trainer an der Seite das meiste schon ganz gut. Wenn die Hundehalter dann aber allein unterwegs sind, ist es so, als ob sie nie etwas gelernt hätten. Da setzen wir an.

iinu    Eure Coachings finden online statt. Ich kenne das ja eher so, dass man erst einmal als Team beobachtet wird, ein Trainer im besten Fall Körpersprache von Mensch und Hund liest und wie ein Mediator übersetzt, was eigentlich beim anderen gerade so für ein Film abläuft. Das alles fällt dann ja weg. Ist das nicht ein ganz wichtiges Element oder wie gleicht Ihr das aus?

AT    Bei uns dreht es sich ausschließlich um den Hundehalter und sein Inneres, was ihn gerade bewegt, was ihn beschäftigt. Häufig geht es erst einmal um alltägliche Dinge. Über diese alltäglichen Dinge gehen wir in die Tiefe und erforschen die Vergangenheit, die Gefühle, die Geschichten, die sie sich erzählen und wie sie sich selbst behindern in ihrer Entwicklung. Da spielt das Selbstbild und die Selbstführung eine zentrale Rolle.
Wir kümmern uns also um das obere Ende der Leine. Wenn ich einen Hund habe, gehe ich mit ihm in die Hundeschule. Aber was ist, wenn es nicht am Hund liegt, dass das Gespann nicht miteinander harmoniert, sondern am Halter? Häufig suchen wir die Schuld bei allen anderen und so auch bei unserem Hund. Wenn der Hundehalter nicht klar mit oder auch in sich ist, kein gutes Selbstbild von sich hat, Ängste oder andere nicht dienliche Emotionen mit sich herumschleppt, keine Grenzen setzen kann, sich nicht zu führen weiß... Dann ist er bei uns richtig. Der Hundehalter durchläuft mit unserer Unterstützung ein viermonatiges Programm und lernt sich letztendlich selbst zu führen, damit ihm der Hund bereitwillig folgt. 

CL    Unsere Coachings finden entweder im Gruppen-Kontext oder als VIP in Einzel-Sessions statt. Wir haben einen Mitgliederbereich, in dem wir Videos und Unterlagen zur Bearbeitung zur Verfügung stellen. Wöchentlich treffen wir uns dann über Zoom und die Teilnehmer können Fragen stellen: zu den Inhalten des Programms, zu aktuellen Situationen oder Herausforderungen. Zudem gibt es noch eine geschlossene Facebook-Gruppe, in denen sich die Teilnehmer untereinander supporten können und wir uns natürlich auch einbringen.
Da wir unser Augenmerk ausschließlich auf den Hundehalter richten, brauchen wir keine Interaktion zwischen Hund und Mensch zu sehen oder konkret auf die Körpersprache zwischen den beiden einzugehen. Wir schauen uns mit den Menschen an, wo sie gerade stehen. Was läuft in ihrem Leben gut und wo gibt es noch Luft nach oben? Und dann geht es auch schon in die Tiefe.
Es geht um Bewusstsein, Unterbewusstsein, welche starke Macht unsere Gedanken haben. Außerdem gehen wir auch in die Vergangenheit: wieso verhalten wir uns in bestimmten Situationen so? Welche alten Geschichten schleppen wir noch mit und lassen sie Einfluss auf das Hier und Jetzt nehmen? Gibt es Menschen, denen ich etwas verzeihen kann?
Und auch ein großes Thema: Selbstführung. Wenn Du Dich selbst richtig führst, folgt auch der Hund. In dem Rahmen laden wir den Klienten ein, sich selbst zu beobachten, um dann eine bewusste Veränderung herbeiführen zu können. 

iinu    Klingt auf jeden Fall sinnvoll… Gibt es etwas, wovon Ihr eher abraten oder was Ihr persönlich Euren Hunden nie wieder antun würdet?

CL     In eine Welpenspielgruppe gehen, zumindest nicht in solche, wie ich sie kennengelernt habe und den Mund halten, wenn mir Verhalten von anderen Menschen oder ihren Hunden uns gegenüber nicht gefällt.

AT    Tatsächlich dürfte meine zukünftige Hundeschule nur ganz kleine Gruppen haben und ich würde meinen Hund mehr beschützen und in die Klärung gehen.

iinu    Und was macht Eure Hunde so richtig glücklich?

AT      Wenn Coco im Freilauf auf dem endlos weiten Feld ist, zusammen mit ein paar Hundefreunden, dann ist sie ein nicht aufhörender, lächelnder Hund und so richtig glücklich.
Ein sabberndes Glücklichsein erlebe ich täglich mit ihr, wenn es um das Thema Fressen geht. Sie frisst für ihr Leben gerne und wäre sicherlich kugelrund, wenn sie uneingeschränkten Zugang hätte...

CL     Rennen und essen.  Beide rennen unglaublich gern, schnell und haben eine irrsinnige Ausdauer. Wenn andere sich schon fünf Mal hingelegt haben und auf die Zunge treten, sind die beiden gerade erst warm gelaufen.
Und naturgemäß setzen sie ihre Nase unglaublich gern ein… 

iinu    Berufe und Berufungen rund um den Hund – ein klassisches Quereinsteigerfeld. Was habt Ihr eigentlich vorher gemacht und wie kam es zum Wechsel – gab es da einen Schlüsselmoment?

CL     Ich habe nach dem Abi eine Ausbildung zur Steuerfachangestellten gemacht und mich dann noch zur Bilanzbuchhalterin fortgebildet. Das hat sich damals so ergeben, aber ich habe immer nach links und rechts geschaut, weil ich gedacht habe, dass das noch nicht alles gewesen sein kann. 
An einen bestimmten Schlüsselmoment kann ich mich nicht erinnern. Ich weiß nur, dass sich das lange angebahnt hatte.
Schon seit ganz langer Zeit wusste ich, dass ich nicht richtig glücklich war, dass ich immer zu viel Wert darauf gelegt hatte, was andere zu dem sagen, was ich mache. Ich wollte immer gefallen und hab mich gar nicht gefragt, was ich selbst eigentlich möchte. Ich habe über viele Jahre kein „pack an“ bekommen, ich wusste es nicht einzuordnen. Leti hat mich erbarmungslos gespiegelt. Sie war nicht unauffällig, einfach oder leicht zu händeln – sie war all das, was ich mir selbst nicht erlaubte. Mit ihrem Verhalten zeigte sie mir meine Unzulänglichkeiten in ihrer Erziehung und wie unklar und wenig ich bei mir war. 

AT    Ich habe BWL studiert und war im Personalbereich tätig, habe immer schon die Arbeit mit dem Menschen geliebt.
Coco ist der Grund, warum ich das tue, was ich tue. Ich habe sie sehr mit meiner Vorgängerhündin verglichen, die sehr leicht zu führen und zu erziehen war. Ich kam mit meinem Wissen bei Coco nicht weiter, so suchte ich nach einer anderen Möglichkeit, um die Beziehung zu stärken und vor allem, um mich besser zu fühlen.
Ich kam mir klein vor und und so, als ob ich versagt hätte, eben weil ich es mit ihr nicht so "schnell" hinbekommen habe, wie mit der alten Hündin.

iinu    Was ist Euch besonders wichtig, wenn Ihr mit jemandem arbeitet?

AT     Mir ist wichtig, dass die Hundehalterin zwar von uns angeleitet und durch unsere Inputs geführt wird, sich die Lösung aber selbst erarbeitet. Wir geben keine Ratschläge, sondern ermutigen die Halterin, durch unsere Coachings selbst zu einer Lösung zu kommen.

CL    Ich möchte anderen Menschen die lange Reise des Elends ersparen und den Hunden ungerechtes Verhalten ihrer Menschen gegen sie. Und so am Ende auch Abgaben vermeiden.
Wir möchten erreichen, dass es viele glückliche Mensch-Hund-Gespanne gibt, die zufrieden gemeinsam (statt gegeneinander) einen schönen Alltag erleben.

iinu    Oh nein! Wir sind schon bei Frage 10, dabei hätte ich noch so, so viele mehr!
Ich befürchte, wer mehr über Euch wissen und von Euch lernen möchte, der muss sich direkt an Euch wenden. Gibt es denn etwas, das Ihr zum Abschluss jeder verunsicherten, genervten oder entmutigten Hundehalterin mit auf den Weg geben möchtet?

AT    Wir hoffen, dass unsere Arbeit viele glückliche Mensch- Hund-Teams hervorbringt und dass keine Hunde abgegeben werden, weil es mit ihnen nicht klappt.
Eine Veränderung ist in jedem Alter möglich! Deine Gedanken werden Deine Realität.

So ein spannendes Thema. Sich selbst durch den "Spiegel Hund" klarer sehen, besser verstehen, hinterfragen, das eine oder andere lang mitgeschleppte angehen und loszulassen... um am Ende wieder beim Hund anzukommen und gemeinsam weiterzugehen. 

Wenn Ihr Euch bei der Thematik wiederfindet und Euch für das Coaching Angebot der beiden interessiert – schaut doch einfach bei Mind & Lead vorbei, lernt Antje und Cristina kennen – und vielleicht auch Euch selbst ein bisschen besser.


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