
Hier im iinu Magazin findet Ihr neben Portraits unserer Verkäufer Tipps zum Alltag mit Hund und verschiedene Rezepte zum Leckerli selber backen. Viel Spaß beim Stöbern und Lesen – lasst uns auch gern Eure Meinung da! Eure Astrid
Warum teilen? Weil wir diese Artikel für Menschen mit Interesse an Hunden machen und nicht, um nur Suchmaschinen zu gefallen. Und weil es uns natürlich auch hilft, wenn wir bekannter werden.
Vor zwei Wochen durfte ich ein Interview geben. Das Thema war eins, das mir persönlich sehr am Herzen liegt: Schadstoffe in Hundespielzeug.
Es war mein allererstes Interview und wurde aufgezeichnet. Ich war nervös, wir mussten mehrmals anfangen, ich habe mich verhaspelt und verzettelt und war danach insgesamt so gar nicht zufrieden mit mir selbst. Aber es hatte auch etwas Positives: meine beiden Interviewpartnerinnen – selbst passionierte Hundehalterinnen – waren aufrichtig interessiert, stellenweise sogar verwundert.
Und das hat mir gezeigt: wir müssen noch mehr darüber reden, was wir unseren Hunden da eigentlich ins Maul stecken.
Denn auch wenn man allgemein ein wachsendes Bewusstsein für die Zusammenhänge zwischen Kunststoffen, Allergien und erhöhtem Krebsrisiko beim Hund beobachten kann, komme ich nach meiner Recherche leider zu dem Schluss, dass wir teils ganz schön verarscht werden – und uns das bereitwillig gefallen lassen.
Wir alle wollen das Beste für unsere Hunde. Keiner würde seinem vierbeinigen Familienmitglied wissentlich oder aus Gleichgültigkeit Schaden zufügen. Das wissen natürlich auch die Marketing-Abteilungen führender Hersteller für Hundespielzeug und schreiben deshalb allerlei wohlklingendes auf ihre Etiketten, das Vertrauen in ihr Produkt schaffen soll.
Genauer: es steht oft drauf, was nicht, selten aber, was stattdessen drin steckt.
BPA hat man schon gehört. BPA ist böse. Wer heute keinen Bogen von mindestens drei Häuserblocks um BPA macht, nimmt wissentlich irreparable gesundheitliche Schäden bei seinem wehrlosen Hund in Kauf und ist damit genauso böse. Oder?
BPA ist ein Weichmacher. Damit werden Kunststoffe elastischer, zäher, belastbarer. Die Zusammensetzung eines Kunststoffs richtet sich immer nach den Anforderungen und kann quasi beliebig angepasst werden. BPA ist besonders günstig und wird nach wie vor in starker Konzentration in Kinderspielzeug(!) gefunden, das aus China importiert wird. Wie muss es da erst bei Hundespielzeug aussehen…
Nun ist durch die steigende Nachfrage nach Hundespielzeug ohne BPA das Angebot insgesamt aber nicht geschrumpft. Im Gegenteil.
Keine Ahnung. Weiß man nicht. Denn es gibt keine Deklarationspflicht für Hundespielzeug und im Übrigen auch keine gesetzlich vorgeschriebenen Grenzwerte für irgendwelche gesundheitsschädlichen Stoffe.
Übrigens ist Deutschland seinen europäischen Nachbarn echt hinterher. In Frankreich gilt seit über zehn Jahren ein generelles BPA-Verbot. Hier nur zum Teil. Andere Weichmacher sind gar nicht betroffen. Aber ist „nicht verboten“ gleichbedeutend mit „gut“ oder auch nur „annähernd ok“?
Nein. Natürlich nicht. Es mangelt teils schlicht an Studien, mit denen Zusammenhänge belegt und Verbote oder Einschränkungen durchgesetzt werden könnten. Das macht das alles aber nicht unbedenklich.
Polyzyklische aromatische Kohlenwasserstoffe – das muss man weder auswendig lernen noch die chemische Strukturen verstehen. Es handelt sich dabei um eine Gruppe von ca. 20 Stoffen, von denen acht nachweislich karzinogen sind, also Krebs erzeugen können. Des weiteren werden zahlreiche von ihnen als immuntoxisch, lebertoxisch, mutagen und schleimhautreizend eingestuft.
Einer der bekanntesten ist Naphthalin, das zu den wenigen PAKs gehört, die gezielt hergestellt und verwendet werden – aus Erdöl. Zum Beispiel als Stabilisator und – aha! – Weichmacher in Weichkunststoffen, z.B. so genannten Kautschukprodukten, wobei dunkle Farben häufig stärker belastet sind als helle.
Wer dabei an ein sehr beliebtes Kauspielzeug vom Marktführer aus den USA denkt, das es in rot, blau und schwarz gibt… Bingo. Im Ökotest 01/2024 fiel besagtes Spielzeug mit K durch Naphthalin unangenehm auf, auf dessen Etikett übrigens der Ausdruck „Natural Rubber“ – Naturkautschuk – für ein wohliges Gefühl des Vertrauens sorgt.
Was uns zu Beispiel Nummer 3 bringt:
Klingt doch toll, oder? Naturkautschuk. Ein nachwachsender Rohstoff. Aus einem Baum! Also völlig ungiftig. Dann kann man es ja wohl auch bedenkenlos dem Hund geben.
Pustekuchen. Dazu sollte man wissen, dass „Naturkautschuk“ kein geschützter Begriff ist. Es ist vollkommen ausreichend, wenn ein Teil des natürlich gewonnenen Rohstoffs Latex enthalten ist – der Rest ist synthetischer Kautschuk, der aus Erdöl gewonnen wird und neben dem Abbau fossiler Ressourcen auch andere Probleme dieser Technologie im Gepäck hat.
Der Vorteil von synthetischem Kautschuk für den Hersteller: er macht alles berechenbarer, genauer steuerbar und dadurch günstiger, da das Naturprodukt immer natürlichen Schwankungen unterliegt.
Der Nachteil für den Hund: auch hier finden sich PAK – ob als Weichmacher zugesetzt oder als "Hoppala"-Nebenprodukt, wie das bei petrochemischen Stoffen eben vorkommen kann.
Kauringe, sogenanntes Zahnpflegespielzeug für Hunde, Leckerlispender, „unzerstörbares Hundespielzeug" – 99% davon werden mit dem Maul aufgenommen und bearbeitet.
Durch Kauen, Knabbern und Schaben lösen sich unweigerlich kleinste Partikel, wie man an Kratzern und Kerben deutlich sehen kann. Diese können verschluckt oder eingeatmet werden oder im dümmsten Fall ungehindert über die Schleimhäute ihren Weg in den Organismus Deines Hundes finden.
Umso wichtiger, dass wir darauf achten, was wir den Herrschaften da geben.
Klar: hier gibt es auch welches. Die Auswahl ist vielleicht nicht so groß und bunt wie bei anderen Hundeshops. Dafür könnt Ihr Euch sicher sein, dass Ihr damit keine bösen Überraschungen erleben werdet.
Hier findet Ihr
Werden bald gesundheitsschädigende Zusatzstoffe in Kunststoffen verboten? Schön wär’s – aber rechnen würde ich mal nicht damit, zumindest nicht in unmittelbarer Zukunft.
Es wird Zeit, dass wir selbst Verantwortung übernehmen und nicht darauf warten, dass die Politik oder der Markt das für uns regeln. Denn wir sind der Markt. Es liegt nur an uns.
Quellen:
ÖkoTest 01/ 2024
https://www.bund.net/service/p...
https://www.allnatura.de/allna...
https://my-lab.com/haustiere/h...
https://www.lills.blog/green-d...
https://oehha.ca.gov/propositi...
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