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iinu Magazin

Astrid und Aragorn

Hier im iinu Magazin findet Ihr neben Portraits unserer Verkäufer Tipps zum Alltag mit Hund und verschiedene Rezepte zum Leckerli selber backen. Viel Spaß beim Stöbern und Lesen – lasst uns auch gern Eure Meinung da! Eure Astrid

Warum teilen? Weil wir diese Artikel für Menschen mit Interesse an Hunden machen und nicht, um nur Suchmaschinen zu gefallen. Und weil es uns natürlich auch hilft, wenn wir bekannter werden.


Dummyarbeit mit Fuzzi – dem Hosentaschen-Dummy aus Leder

März 26, 2021
Dummyarbeit mit Fuzzi – dem Hosentaschen-Dummy aus Leder

Dummyarbeit mit dem Fuzzi

Vorneweg: dies hat rein gar nichts mit professioneller Dummyarbeit zu tun. Dazu müsst Ihr in einen Verein oder eine Hundeschule, die entsprechende Kurse anbietet. Wer das bereits tut, der kann das Fuzzi natürlich auch für kleine Übungseinheiten in die Hosen- oder Jackentasche stecken und das tun, was er/ sie immer tut.

Für uns stehen zwei Dinge im Vordergrund:
a) Der Spaß am Suchen
b) Die zuverlässige Ansprechbarkeit des Hundes.

Wenn a) vorhanden ist und Ihr das Fuzzi regelmäßig auf Euren Gassirunden dabei habt, dann ergibt sich b) quasi von selbst.

Kapitel 1: Wie soll Euer Dummy heißen?

Der Name ist wichtig. Er sollte einzig und allein im Zusammenhang und während der Arbeit mit diesem einen Dummy verwendet werden. 

Wir verstehen durchaus, wenn Euch „Fuzzi“ zu albern ist. Nennt es unseretwegen Alwin oder Rudi, aber bleibt dabei. Wenn Ihr als Zweibeiner untereinander darüber sprecht, nennt es anders. 

Kapitel 2: Die Einführung des Dummies

Es ist ganz wichtig, dass Euer Hund lernt, zwischen Spielzeug und Arbeitsgerät zu unterscheiden. Das Fuzzi soll nicht zur freien Verfügung stehen. Es wird nur zum Suchen herausgeholt und nach Apport wieder weggesteckt.

Wie bekommt Ihr das hin? Behaltet es erst einmal bei Euch. Nehmt es in die Hand. Seid nett zu ihm, streichelt mal darüber, sagt den Namen. Und legt es wieder weg. Das alles natürlich nicht allein, sondern im Beisein Eures Hundes. Sonst wär's echt ein bisschen schräg...

Euer Hund wird neugierig werden. Wiederholt das Spielchen, gebt es aber nicht heraus. Sagt immer wieder den Namen. 

Irgendwann darf der Hund auch mal schnuppern. Danach wird es wieder weggelegt. Auch das wiederholt Ihr ein paar Mal, am besten über ein bis zwei Tage verteilt.

Nun seid Ihr bereit für

Kapitel 3: Das zuverlässige Abgeben

Eurem Hund wird nun klar sein: das Fuzzi gehört Euch, und es ist sehr, sehr kostbar. Nun darf er es auch einmal halten. Gebt es ihm direkt aus der Hand – er wird es mit ziemlicher Sicherheit ganz vorsichtig nehmen. Habt ein paar besonders gute Leckerli parat und tauscht es direkt wieder ein, am besten verknüpft mit einem Kommando wie „In die Hand!“. Auch das wird einige Male geübt. 

Wenn Dein Hund meint, er kann sich mit dem Fuzzi aus dem Staub machen, nimm es ihm ab und räume es weg. Versuche es später wieder.

Kapitel 4: Die ersten Dummy-Suchen

Wenn Euer Hund verstanden hat, dass das Fuzzi grundsätzlich wieder abgegeben wird, könnt Ihr mit kleinen und einfachen Suchen beginnen. Am besten in der Wohnung, wo Ihr nicht von äußeren Reizen wie Düsenjägern und läufigen Nachbarshündinnen abgelenkt werdet.

Versteckt das Fuzzi zunächst an einer Stelle, die leicht zu erschnüffeln ist. Vielleicht nicht ganz unten im Wäschekorb, sondern unter einem Sofakissen, auf der Sitzfläche eines Stuhls, hinter einem Blumentopf. 

Lasst Euren Hund neben oder vor Euch absitzen, an der Hand riechen, in der Ihr eben noch das Fuzzi hattet, und schickt ihn auf die Suche (bei uns: „Sag mal, Aragorn... Wo ist denn das Fuzzi? – Such!“ und erst auf das Kommando darf er losflitzen).

Seid in der Nähe, feiert das Finden und Aufnehmen des Fuzzis und lasst es Euch gleich wieder übergeben. Und noch mehr loben.

Wenn das zuverlässig klappt, können die Wege weiter und die Verstecke schwieriger werden.

Kapitel 5: Draußen suchen

Zuhause sitzt alles? Wunderbar – raus mit Euch! Während Euer Hund fröhlich am Schnüffeln und „Zeitung lesen“ ist, könnt Ihr einfach mal das Fuzzi am Wegesrand fallen lassen. Nach ein paar Metern ruft Ihr Euren Hund zu Euch, lasst ihn absitzen... Und siehe oben.

Am Anfang wird er vielleicht Schwierigkeiten haben, sein Glück zu fassen oder in der Fülle der Düfte etwas überfordert sein. Wenn er sich ablenken lässt, erinnert ihn mit ruhiger Stimme an seinen Auftrag: „Wo ist das Fuzzi? Suuuuch...“ – letzteres kann auch immer mal wieder begleitend zur Suche gesagt werden, aber immer ruhig.

Das Auffinden und -nehmen des Fuzzi wird selbstverständlich von großem Jubel Eurerseits begleitet, der den Vierbeiner davon abhalten soll, überhaupt auf eine andere Idee zu kommen, als es Euch zu bringen.

Auch hier können Entfernung und Schwierigkeitslevel allmählich gesteigert werden. Wichtig ist die Ruhe während der Suche und das Jubeln und Anfeuern beim Finden und Bringen.

Kapitel 6: Grundgehorsam und Impulskontrolle mit dem Dummy

Sobald Euer Hund den Rückruf mit der eventuell bestehenden Möglichkeit eines spannenden Sucheinsatzes verknüpft hat, wird er schon sehr viel bereitwilliger von feinsten Düften ablassen, wenn Ihr ruft. So lassen sich vor der Freigabe zum Suchen ganz wunderbar noch ein paar Grundgehorsams-Übungen einbauen. Fuß gehen, Seitenwechsel, Tunnel, Garage, rückwärts gehen – erst dann wird abgesessen und die Frage aller Fragen gestellt.

Natürlich muss es keine Verlorensuche sein. Ihr könnt das Fuzzi auch auf Sicht werfen und Euren Hund erst nach Freigabe apportieren lassen – Stichwort „Steadiness“ in der Dummy-Arbeit. Wenn Euer Hund allerdings extrem auf Bewegungsreize reagiert und zum Tunnelblick neigt, würden wir zu der ruhigeren Variante der Verlorensuche raten.

Kapitel 7: Ankerwort und Doppelter Rückruf mit dem Dummy

Jetzt wird auch klar, warum wir so auf dem Namen herumreiten: habt Ihr die Fuzzi-Suche und die dazugehörigen Begrifflichkeiten erst einmal im Hundehirn positiv fixiert, dann könnt Ihr damit Euren Hund aus nahezu jedem Tunnel holen.

Ein Beispiel: Wir befinden uns auf einem engen Waldweg, der Hund ist 10 Meter voraus. Es kommen zwei Menschen mit angeleintem Hund entgegen und machen keine Anstalten, an dem Zustand etwas zu ändern. Das eigene Vieh ist schon im Anschleichmodus, man verflucht sich selbst, weil man nicht weiter vorausgedacht hat, es gibt keine Möglichkeit, auszuweichen, das einzige, was jetzt noch bliebe, ist verzweifelt zu rufen und zu locken, selbstverständlich grandios zu scheitern und sich im besten Fall nach harmlosem Schnüffeln mit hochrotem Kopf zu entschuldigen und von dannen zu eilen. 

Oder man schreit „Fuzziiiiiiii!“ – und sobald der Hundekopf aus der Duckstellung in die Höhe schnellt und sich zu uns dreht, fliegt das Ding in die entgegengesetzte Richtung und los geht die Party mit Anfeuern und Loben und Fuzzi aus dem Hundemaul klauben, anleinen und freundlich grinsend an den Menschen mit dem Hund vorbeispazieren.

Schluss

Klar: wir erfinden hier nicht das Rad neu. Das ist keine professionell aufgebaute Dummy-Arbeit und im Fernsehen sieht man ständig Futterbeutel mit Ankerwort fliegen. Aber es ist eine einfache und pragmatische Art und Weise, den Hund ansprechbar zu halten – egal, was er in der Nase oder gegenüber hat.

Und a propos „Schluss“: Ihr bestimmt, wann Schluss ist. Einfordern ist nicht. Anbellen, hochspringen – und weg ist das Fuzzi wieder, verschwunden in den Untiefen der Hosentasche. Mindestens, bis Ruhe ist. Oder bis zur nächsten Gassirunde.

Jetzt ist nur noch eine Frage offen... Wo ist das Fuzzi?

Wenn Dir der Artikel gefallen hat freuen wir uns, wenn Du ihn kommentierst und teilst! 



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